Birger-Forell-Realschule gedenkt
der Opfer des Nationalsozialismus


Am 27. Januar 1945 befreite die russische Armee das von den Nationalsozialisten errichtete Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz in Südpolen. Dieses Ereignis nahm der damalige Bundespräsident Roman Herzog zum Anlass, den 27. Januar zum Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus zu proklamieren.
Auch an der Birger-Forell-Realschule in Espelkamp wird seit vielen Jahren an dieses Ereignis erinnert. So wurden am vergangenen Montag in der Aula von den Lehrern Siegfried Kreft und Christian Sümening sowie der Schülerin Maxine Nickel (Kl.10d) mehrere Andachten zu dem Thema gestaltet.
Der fünfte Jahrgang lernte das Leben und Schicksal des Mädchens Anne Frank und ihrer Familie kennen und bekam Ausschnitte aus dem weltberühmten Tagebuch zu hören.
In den sechsten Klassen lag der Schwerpunkt der Veranstaltung auf der schulischen Erziehung zur Zeit der Nationalsozialisten. Den Schülern wurde deutlich, dass es eine wichtige Aufgabe der Schule damals war, schon die Kinder aufs Militär und auf den Krieg vorzubereiten.
In der Stufe 7 wurde auf Jugendliche eingegangen, die sich nicht der Gleichmacherei der Nationalsozialisten anpassen wollten. Sie wurden als schwer Erziehbare in das Jugendkonzentrationslager Moringen verschleppt.
Die achten Klassen hörten einen Bericht von Herrn Kreft über seine Besuche in der Gedenkstätte Auschwitz. Ergänzt wurde diese Darstellung durch Ausschnitte aus der filmischen Dokumentation „Die Befreiung von Auschwitz“, die von russischen Kameraleuten, die als Armeeangehörige bei der Befreiung dabei waren, aufgenommen wurde.
Dem zehnten Jahrgang wurde deutlich gemacht, dass es in Deutschland auch Jugendliche gab, die mit dem Regime nicht einverstanden waren. Widerstand formierte sich beispielsweise im Bereich der Musik. Die „Swing-Jugend“ (Anhänger des Jazz) stellte der Gleichschritts-Marschmusik der Nazis ihre eigene Musik und Weltanschauung gegenüber und musste dafür auch Haft und Lager in Kauf  nehmen.
Die Schüler der Birger-Forell-Realschule waren sehr beeindruckt und nachdenklich: In vielen Klassen wurde an diesem Vormittag vor allem im Religions- und Geschichtsunterricht weiter über das Gehörte und Gesehene gesprochen.
Musikalisch umrahmt wurden die Andachten von den Lehrkräften Sabine Matthäus und Nikolaus Hass. Sie brachten Stücke aus der ostjüdischen Volksmusiktradition – Klezmer genannt - zu Gehör.
Vor dem Bild der Anne Frank die Beteiligten des diesjährigen Auschwitz-Gedenktages an der BFR: V.l.n.r. Sabine Matthäus, Nikolaus Hass, Siegfried Kreft, Maxine Nickel (10d), Christian Sümening.